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Glossar der Fassadensanierung

Begriffe, die in Energieberatung, Angeboten und Förderbescheiden rund um die Fassade immer wieder auftauchen – kurz erklärt und so formuliert, wie sie in unseren Ratgebern verwendet werden.

Abnahme
Förmliche Entgegennahme der fertigen Leistung, am besten mit Protokoll. Mit der Abnahme beginnt die Verjährungsfrist für Mängel; bei Arbeiten an einem Bauwerk beträgt sie nach § 634a BGB fünf Jahre.
Aufschiebende oder auflösende Bedingung
Vertragsklausel, die den Handwerkervertrag an die Förderzusage knüpft. Ohne eine solche Bedingung und das voraussichtliche Ausführungsdatum im Vertrag gibt es nach den BAFA-Regeln keinen Zuschuss.
BEG EM
Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen. Über sie fördert das BAFA unter anderem die Dämmung der Außenwand mit einem Zuschuss; die Richtlinie wurde 2026 neu gefasst.
Dämmputz
Putz mit dämmenden Zuschlägen. Er trägt nur gering bis mittel auf und ist bei unebenen Altbauwänden praktikabel, hat aber eine begrenzte Dämmwirkung je Zentimeter.
Energieeffizienz-Experte
Fachperson aus der von der dena betriebenen Energieeffizienz-Expertenliste. Für die Förderung der Fassadendämmung ist ein solcher Experte Pflicht; er bestätigt unter anderem, dass das gewählte System den geforderten U-Wert erreicht.
Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG)
Seit Juli 2026 der Name des früheren Gebäudeenergiegesetzes. Für die Fassade maßgeblich sind § 36 und Anlage 7, die bei Dämmung oder Putzerneuerung außen einen Höchstwert von U = 0,24 W/(m²·K) für Wohngebäude vorsehen.
Innendämmung
Dämmung auf der Raumseite der Außenwand. Die Ansicht der Fassade bleibt erhalten, bauphysikalisch ist sie aber anspruchsvoll, weil sich der Taupunkt in die Wand verschiebt – ohne Feuchteschutznachweis sollte niemand innen dämmen.
iSFP (individueller Sanierungsfahrplan)
Ergebnis einer geförderten Energieberatung, das die Maßnahmen am ganzen Haus in eine sinnvolle Reihenfolge bringt. Ein vorhandener iSFP verdoppelt bei der BAFA-Förderung die Höchstgrenzen der förderfähigen Ausgaben und bringt einen Bonus von 5 Prozentpunkten auf den Teil oberhalb der Grundgrenze.
Kerndämmung
Dämmstoff, der in die Luftschicht zweischaliger Wände eingeblasen wird. Die Ansicht bleibt unverändert; entscheidend sind der Zustand der Vorsatzschale und der Schlagregenschutz.
Steuerermäßigung nach § 35c EStG
Alternative zum Zuschuss für selbst genutzte Häuser, die älter als zehn Jahre sind: 20 Prozent der Aufwendungen, verteilt auf drei Jahre, höchstens 40.000 Euro je Objekt. Für dieselbe Maßnahme schließen sich Zuschuss und Steuerermäßigung aus.
U-Wert
Wärmedurchgangskoeffizient in W/(m²·K): Er gibt an, wie viel Wärme durch einen Quadratmeter Bauteil je Grad Temperaturunterschied verloren geht. Je kleiner, desto besser gedämmt. Für den BAFA-Zuschuss muss die gedämmte Außenwand U ≤ 0,20 W/(m²·K) erreichen, bei Baudenkmälern 0,45.
Umfeldmaßnahmen
Arbeiten, die zur geförderten Dämmung notwendig sind, etwa Gerüst, Baustoffuntersuchungen, Putz- und Malerarbeiten oder Entsorgung. Sie zählen bei der BAFA-Förderung zu den förderfähigen Ausgaben.
Vorgehängte hinterlüftete Fassade
Dämmung zwischen einer Unterkonstruktion, davor eine Bekleidung aus Holz, Faserzement, Metall oder Naturstein mit Luftschicht. Feuchte kann über die Hinterlüftung abziehen, der Aufbau ist meist der dickste aller Systeme.
Wärmebrücke
Stelle, an der Wärme schneller nach außen abfließt als in der umgebenden Fläche – typisch an Laibungen, Rollladenkästen, Balkonplatten und Sockeln. Werden Fenster und Fassade nicht aufeinander abgestimmt erneuert, entsteht an der Laibung leicht eine neue Wärmebrücke.
Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS)
Dämmplatten, die auf die Wand geklebt und je nach Untergrund gedübelt werden, mit Armierungsschicht, Gewebe und Oberputz. Verbreitet und erprobt, braucht aber Platz an Laibungen, Dachüberstand und Sockel; bei brennbaren Dämmstoffen gelten die Brandschutzvorgaben der Zulassung.
Wärmedämmbeschichtung (dünnschichtig)
Beschichtung im Millimeterbereich, die gerollt oder gespritzt wird und Maße und Ansicht der Fassade kaum verändert. Die Anbieter erklären die Wirkung meist über veränderte Oberflächeneigenschaften statt über Dämmstoffdicke; ob sie im Einzelfall die Anforderungen aus Gesetz oder Förderung nachweisbar erfüllt, prüft der Energieeffizienz-Experte.
Partner

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Stand: 4. Oktober 2026